Rot-Weiss zittert sich zum neunten Saisonsieg

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Nach neuerlichen Verletzungen wird der Sieg hart erkämpft.

Am Ende bringen Mentalität und Bereitschaft Erfolg, der auf wackeligen Füßen stand.

Wittlich. Es wurde das erwartet schwere und am seidenen Faden hängende Spiel gegen den Lokalrivalen aus Kröv. In einem Spiel, das über die ersten 45 Minuten hinweg von Rot-Weiss dominiert wurde, dann aber immer mehr zum einer Abwehrschlacht wurde, rettete das Team von Frank Meeth einen knappen 2:1-Vorsprung über die Zeit.

Am Ende waren sich Meeth und sein Gegenüber Kalle Gräfen darüber einig, dass "es heute ein sehr glücklicher Sieg meiner Mannschaft war und der Gegner die zweite Halbzeit weitgehend  beherrscht hat". Sicher fragt am Ende einer womöglich erfolgreichen Saison niemand mehr über ein Hätte, Wenn und Aber, doch der Personalnotstand war auch gegen Kröv wieder deutlich sichtbar. Rot-Weiss hat sich wieder einmal druchgemogelt durch ein Spiel, das eigentlich keinen Sieger verdient hatte, doch im Fußball entscheiden manchmal auch Dinge, die nur mittelbar mit dem Geschehen auf dem Rasen zu tun haben.

Jeder hat sich reingeworfen in Bälle, die irgendwie Gefahr heraufbeschworen, jeder war sich nicht zu schade, die noch so weiten Wege zu gehen und alle waren am Ende glücklich, es wieder gemeinsam geschafft zu haben, die kompletten Punkte in Wittlich zu lassen. Die Tabellenführung steht auch nach dem zehnten Spieltag, die Mannschaft hat sich gegen einen drohenden Punktverlust oder mehr gewehrt und eine kämpferisch überzeugende Leistung gebracht.

Denn der Ligaprimus aus Wittlich hatte gegen ein couragiertes und kompaktes Kröv ein hartes Stück Arbeit zu verrichten und kam zu einem diesmal wirklich glücklichen Sieg. Sebastian Szimayer hatte einen blitzsauberen Konter über Albutrin Aliu und Daniel Littau bereits nach acht Minuten erfolgreich abgeschlossen. Nach dem Philip Meeth von Dennis Burg von den Beinen geholt wurde und Kevin Arbeck den Elfmeter trocken zum 2:0 verwandelte (24.), kam Rot-Weiss verletzungsbedingt immer mehr ins Schwimmen.

Christian Henrichs staubte einen Freistoß aus dem linken Halbfeld ab, nachdem zuvor Alex Klein den Innenpfosten traf und die Kugel wieder heraussprang – 2:1 (41.). Fortan dominierte Kröv das Derby und besaß einige sehr gute Einschussmöglichkeiten. Philipp Berhard im RW-Tor verhinderte mit starken Paraden bei Schüssen und Kopfbällen von Stefan Caspari und Klein eine Kehrtwende (75., 78.).

RW-Coach Frank Meeth: „Fußballerisch haben wir einiges vermissen lassen, aber eine gute Einstellung gezeigt. Die zweite Halbzeit ging komplett an Kröv – wir haben heute Glück gehabt.“ Auch Krövs Trainer Kalle Gräfen befand, das „wir mindestens ein Unentschieden verdient gehabt hätten, weil wir ein klares Chancenplus besaßen und in der zweiten Halbzeit klar dominiert haben. Bei den Gegentoren haben wir uns naiv angestellt.“

Zu erwähnen ist jedoch, dass RW noch einige gute Einschussmöglichkeiten hatte und das Ergebnis hätte sogar ausbauen können. Doch augenscheinlich bleibt die enge Personallage, die sich in den kommenden Wochen wohl kaum entspannen wird. Fallen mit Daniel Littau und Albutrin Aliu weitere Leistungsträger aus, könnte es doch noch mal eng werden zum Thema Tabellenführung. Denn jetzt kommen die wirklich harten Brocken und die Wochen der Wahrheit im November.