Im Kreuzverhör: Trainer Frank Meeth

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Trainer Frank Meeth spricht über die aktuelle Lage, seine Spieler und das Derby gegen die SG Mont Royal Reil

Wittlich. Für Frank Meeth haben die Wochen der Wahrheit längst begonnen. Der 56-jährige Coach von Rot-Weiss Wittlich bezeichnet ungeachtet der Tatsache, dass die Partie gegen Mont Royal die Englische Woche beschließt, jedes Spiel als ein wichtiges. Jeder Spieler wisse, um was gegen Reil am Sonntag geht. Mit einem Sieg im immer brisanten Duell gegen den Aufsteiger hat Meeth allerhand Selbstvertrauen bei seiner Mannschaft ausgemacht. Der Gegner ist für ihn kein unbekannter.

Interview mit Cheftrainer Frank Meeth

L.S: Es stehen die sogenannten Wochen der Wahrheit ins Haus. Erst Eintracht Trier im Verbandspokal, letzten Sonntag die SG Wittlich im Derby und nun wartet mit der SG Mont Royal ein weiteres Schwergewicht. Welchen Stellen- wert haben diese Spiele für Sie?

Frank Meeth: Grundsätzlich bewerte ich jedes Spiel als wichtig, egal, ob es gegen Lüxem oder Kröv geht. Als Trainer nimmst du jedes Spiel ernst.

L.S.: Den Gegner kennen Sie bestens, oder?

Meeth: Natürlich, Kröv, das zur neuen SG Mont Royal dazugekommen ist, ist eine feste Größe seit Jahrzehnten im Spielkreis Mosel und auch überregional. Ich selbst habe mit Dieter Kaiser, dem Macher der SG, vier Jahre lang in der Verbandsliga zusammen gespielt. Ich war selbst am Sonntag noch den Gegner gucken und habe mit Dieter auch ein Bierchen getrunken. Mit den Sözens und den Kahyaoglu-Brüdern haben vier Spieler auch schon bei Rot-Weiss gespielt. Man kennt sich, die Jungs sehen sich in der Stadt, es geht natürlich auch ein bisschen ums Prestige.

L.S.: Die Belastung steigt wöchentlich. Doch nach dem Pokal-Aus gegen die Eintracht kann sich das Team auf die Liga fokussieren. Was haben Sie Ihrer Mannschaft gesagt, wie wichtig die nächsten Wochen sind?

Meeth: Wenn du das Ziel hast, oben dran zu sein, ist jede Woche und jedes Spiel wichtig. Oben ist alles eng und fünf, sechs Mannschaften werden auf lange Sicht auch da oben bleiben. Die Belastung ist steuerbar und für uns kein Problem, denn die Jungs sind topfit. Es ist auch in der Englischen Woche kein Substanzverlust erkennbar. Das hat man in Lüxem deutlich gesehen auf dem tiefen Boden, wo die Beine doch am Ende immer schwerer werden.

L.S.: Mit der SG Mont Royal kommt ein starker Aufsteiger ins Sportzentrum. Welche Stärken hat das Team von Fatih Sözen?

Meeth: Da braucht man sich nur das Torverhältnis anzugucken, da weiß man auch, wo deren Schwächen liegen. Kröv hat einen sensationellen Sturm und einen richtig guten Torwart dazubekommen, doch nach hinten haben sie für mich noch keine richtige Stabilität reinbekommen.

L.S.: Auf wen oder was sollte sich Ihre Mannschaft demnach konzentrieren?

Meeth: Sie bringen den Ball relativ schnell nach vorne und dann wird es stets brandgefährlich. Mit Caspari haben sie einen Topstürmer vorne drin, der in der Landesliga in Nordrhein schon über 20 Tore gemacht hat. Burak Sözen habe ich selbst noch in Mehring gehabt, der ist auch eine Klasse für sich. Auf den Flügeln kommt zumeist Nils Kiesewetter mit viel Tempo nach vorn, doch der spielt augenblicklich Außenverteidiger. Doch die Außenverteidiger schieben schon gut nach.

L.S.: Wird es ein von der Taktik geprägtes oder aber ein attraktives, offensiv geführtes Spiel?

Meeth: Auf dem Kunstrasen bei uns werden wir sicherlich einen technisch guten und sauberen Fußball zu sehen bekommen. Selbstverständlich wird man auch auf verschiedene Spielsituationen oder Phasen taktisch zu reagieren haben. Kröv agiert extrem selbstbewusst und Trainer Fatih Sözen ist bekannt dafür, dass er seine Mannschaft extrem pushen kann.

L.S.: Was muss bei Ihrem Team noch besser werden?

Meeth: Bislang habe ich davon gesprochen, dass wir eine Riesendisziplin in der Truppe haben. Jetzt hat Andre Benzarti eine Rote Karte bekommen, die vielleicht ein bisschen überzogen war. Doch ich muss meine Spieler eindringlich davor warnen, dass sie zu viele Fouls begeht und dann Karten kassiert. Da müssen wir in der Zweikampfführung noch cleverer agieren.

L.S.: Wie charakterisieren Sie Albutrin Aliu?

Meeth: Albu hat eine hervorragende Schusstechnik und ist beidfüssig stark. Obwohl man ihn oft und lange nicht sieht, ist er in der Lage, mit nur einer Aktion ein Spiel zu entscheiden. Er hat ein sehr gutes Tempo und ist ein guter Dribbler. Albu agiert manchmal noch zu kopflos und sollte mehr Ruhe bei seinen Abschlüssen haben.

L.S.: Und Gabriel Harig, wo sehen Sie dessen Stärken und auch Schwächen?

Meeth: Da sehe ich ehrlich gesagt ganz wenig Schwächen. Er war bereits in der U19 bei der Eintracht ein Führungsspieler. Bei uns ist er Innenverteidiger mit Gardemaß von 1,90m und topfit. Gabi achtet extrem auf seine Ernährung, schießt auch gute Freistöße und ist stark im Spielaufbau.

L:S.: Letzte Frage, wie immer: Wer fällt für das Spiel am Sonntag aus?

Meeth: Beji Benzarti ist gesperrt, Matthias Heck dafür wieder frei. Verletzungsbedingt fehlt Kevin Arbeck, der sich im Training die Schulter ausgekugelt hat und sich eine zweite Arztmeinung einholen will.