„Vieles ist positiv“

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Trainer Frank Meeth nimmt im Exklusiv-Interview zu den aktuellen Fragen Stellung und schätzt die sportliche Situation ein.

Wittlich. Unser Trainer der Bezirksligamannschaft, Frank Meeth, äußert sich im Interview zu den aktuellen sportlichen Fragen in seiner Mannschaft, der Lage im Gesamtverein und den aktuellen Entwicklungen in Sachen Coronoa-Pandemie und gibt einen Ausblick auf Kommendes.

L.S.: Bis zur erneuten Corona-Zwangspause steht deine Mannschaft mit 17 Punkten aus neun Partien auf Platz drei. Wie zufrieden bist du grundsätzlich mit dem bislang Erreichten?

Frank Meeth: Jeder kennt unser Saisonziel, deshalb kann ich mit der momentanen Situation nicht ganz zufrieden sein. Zufrieden sein würde ich, wenn wir auf dem ersten Platz stehen würden. Insgesamt ist die Saison bisher normal verlaufen, einige Punktverluste sind aber ärgerlich. Dass du dich im ersten Spiel in Oberweis auf so einem Acker schwer tust, ist noch okay. Kriegen wir in Ehrang keine Rote Karte, wäre ein Punktgewinn möglich gewesen. Auch der eine Punkt im Derby war eigentlich zu wenig gegen eine Mannschaft, die im Abstiegskampf steckt. Das Daleiden-Spiel war das einzig wirkliche Spiel, bei dem wir wenig Chancen hatten, weil uns drei individuelle Fehler gegen so ein kompaktes Team unterlaufen sind. Doch wir haben unser Ziel noch vor Augen, und sind von diesem so weit nicht weg.

L.S.: Inwieweit ist deine Philosophie vom Fußball von der Mannschaft umgesetzt worden?

Meeth: Die Philosophie eines Trainers im Amateurbereich muss sich stets an die der Mannschaft anpassen. So vermessen bin ich nicht, zu sagen, die Mannschaft müsse meine Philosophie Eins-zu-eins umsetzen. Denn jeder Trainer will seine Mannschaft immer so aufstellen, wie beim FC Bayern oder dem FC Barcelona. Wichtig ist, wie ich die Philosophie auf das Spielsystem ausrichten kann. Mir war es ist immer wichtig, eine defensive Stabilität zu vermitteln – das ist meine erste Priorität. Das ist in den allermeisten Fällen gelungen. Gegen Daleiden waren wir erstmals defensiv nicht so stabil, wie wir uns das vorgestellt haben.

L.S.: Was ist besonders gut gelungen?

Meeth: Wie sich der ganze Verein verhält, welch gute Arbeit vom Vorstand ausgeht und wie top die Trainingsbedingungen sind – das ist schon außergewöhnlich. Man merkt die Aufbruchstimmung im gesamten Verein. Das Team drumherum ist aller Ehren wert: Sabine als Physio, Maurice Nau als Betreuer, Mehmet Akin als Sportchef und die extrem hohe Trainingsbeteiligung sowie die hohe Qualität im Training sind Dinge, die mir schon imponieren.  

L.S.: Welche Baustellen oder Verbesserungsmöglichkeiten gibt es?

Meeth: Nach vorn könnte es besser laufen, doch ich will mich auch nicht beschweren, denn wir haben für Bezirksliga-Verhältnisse einen exzellenten Kader und uns in der Defensive extrem gut verstärkt. Kevin Arbeck ist wohl so eine Art Pechvogel mit seinen Verletzungen und auch Nanni hat Pech gehabt und musste einen großen Trainingsrückstand aufholen, um sich wieder ranzukämpfen. Vorn fehlt uns so ein Lukas Herkenroth, so eine Kante drin, der als klassischer Stoßstürmer oder Strafraumstürmer die Ruhe und Übersicht am Ball hat. Auch ein erfahrener Sechser fehlt, der die Mannschaft auch in Drucksituationen dirigiert. Luca ist ja auch noch ein sehr junger Spieler, der das auch gut macht.

L.S.: Wie sind die Neuzugänge zu beurteilen?

Meeth: Die haben alle prächtig eingeschlagen, viele von ihnen sind zu Führungsfiguren geworden. Philipp Berhard hat im Tor immer gespielt. Da muss ich auch Björn Griebler und Ralf Schaaf loben. In jedem Training ist ein Torwarttrainer da und bereitet die Torleute extrem gut vor. In dem Zusammenhang haben sich auch Marius Bach und Dogukan Sahin vorbildlich verhalten. In der zweiten Mannschaft zu spielen, ist keine Bestrafung, sondern eine Chance für alle, den gesamten Verein stärker zu machen. Alle acht haben such super integriert. Gabriel Harig, Matthias Heck und Philip Meeth haben auch fast immer gespielt. Auch Murat Sarioglu erfüllt all meine Erwartungen als ganz junger Spieler. Andreas Heck ist spät gewechselt, auch er ist nah an der ersten Mannschaft dran. Arman Anari ist eine absolute Überraschung für mich, immer fleißig und einsatzbereit. Den kannst du immer bringen. Ylber hängt ein bisschen hinten dran. Eine Fußverletzung und die Schichtarbeit behindern ihn. Doch insgesamt haben wir zum Thema Neuzugänge extrem gut zugelegt.

L.S.: Wer waren die bislang stärksten Gegner und warum?

Meeth: Ehrang natürlich in erster Linie, aber auch Daleiden. Sie haben ein starkes Kollektiv, von dem auch wir noch lernen können. Mit Joschka Trenz und Andreas Theis haben sie Unterschiedsspieler, die in jedem Spiel ihre Leistung konstant abgerufen haben. Bei uns haben noch nicht alle Unterschiedsspieler ihre Erwartungen erfüllt. Doch vieles ist positiv. Auch die Zusammenarbeit mit der zweiten Mannschaft klappt super, sie profitiert von unserem großen Gesamtkader. Noch mal: Wer bei der Zweiten aushilft, ist keine Bestrafung. Die Grenzen sind fließend.

L.S.: Wie beurteilst du die neuerliche Corona-Zwangspause?

Meeth: Ich bin kein Politiker oder Virologe. Man muss auch nicht alles kritisieren oder kommentieren. Klar, ist es fraglich, ob es Sinn macht, dass Fitnessstudios oder die Sportplätze für Trainingszwecke dicht machen, obwohl dort nachweislich keine Ansteckungsgefahr ausgeht. Doch wir müssen es akzeptieren.

L.S.: Wann und wie könnte es wieder losgehen?

Meeth: Die Einstellung von Walter Desch, dessen Interview ich mit großem Interesse gelesen habe, ist schon gut. Wenn man wieder spielen kann und darf, sollte es nach zwei Wochen Trainingsvorlauf wieder losgehen. Ich plädiere für eine schnelle Rückkehr, denn die Bedingungen sind für alle gleich. Ziel ist, so schnell wie möglich wieder zu spielen, natürlich müssen die Zahlen stimmen. Dafür müssen sich alle an die gegebenen Regeln halten und diese umsetzen. Wenn wir Mitte Februar beginnen, ist es zu spät. Wollen wir die Saison Ende Juni beenden, sollten wir Ende Januar wieder loslegen.

L.S.: Wie sieht deine Zukunftsprognose aus?

Meeth: Ich bin optimistisch, dass wir die Saison zu Ende spielen können und wir auch bis zum Ende um den Titel mitspielen werden. Obwohl die Mannschaft ihr wahres Leistungsvermögen noch längst nicht ausgeschöpft hat.