10.10.20 - SG Wittlich - SV ROT-WEISS WITTLICH - 2:2

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Rassiges und emotionales Stadtderby bleibt ohne Sieger

Rot-Weiss rettet in der Nachspielzeit noch einen Punkt

Lüxem. Vor „ausverkauftem Haus“ am Lüxemer Grünewald sahen die 300 zugelassenen Zuschauer eine kampfbetonte, leidenschaftlich geführte und attraktive Begegnung zweier Derbykonkurrenten, die mit unterschiedlichen Vorzeichen in die Partie gegangen waren. Am Ende wurden die Punkte geteilt – wie auch schon 2019 an gleicher Stelle mit demselben Ergebnis.

Die Rot-Weissen legten bereits nach einer Viertelstunde das 1:0 vor, als Fjoraldo Celanji nach einer Ecke von Albutrin Aliu aus kurzer Distanz völlig unbedrängt einschießen durfte. „In der ersten Halbzeit hatten wir das Spiel völlig im Griff, doch die zehn schlechten Minuten, die wir bis zur Pause ablieferten, waren der Grund dafür, dass wir eben nicht mit einer 2:0-Führung in die Kabinen sind“, musste RW-Trainer Frank Meeth Abstriche am flotten Auftritt seiner Mannschaft im ersten Durchgang machen.

Denn bis zur 38. Minute hielt der knappe Vorsprung, bevor Lukas Follmann im Anschluss an eine Ecke von Patrick Schmidt aus einer unübersichtlichen Situation den Ausgleich erzielte. Kurz vor der Pause dann das 2:1 für die Spielgemeinschaft: Nach einem Foul von Celanji an Nils Thörner (Meeth: „Da hat sich Aldo unclever angestellt“) verwandelte Daniel Mehrfeld den fälligen Strafstoß zum 2:1. Mehrfeld hatte sogar in der vierten Minute der Nachspielzeit die große Chance, auf 3:1 zu erhöhen.

Den zweiten Abschnitt bezeichnete Meeth als „Einbahnstraßenfußball. Die SG stand tief, wir haben ein ums andere mal beste Gelegenheiten ausgelassen.“ So bewahrte der reaktionsschnelle Mike Neumann im SGW-Tor seine Mannschaft mit starken Reflexen vor dem 2:2 und möglicherweise einem Rückstand. Aliu und der wieder voll einsatzfähige Meliani Saim scheiteten aber.

Als Mehrfeld in der 68. Minute wegen wiederholtem Foulspiel und RW-Kapitän Andre Benzarti nach einem überharten Einsteigen gegen Nils Valerius vorzeitig zum Duschen marschierten, war nicht nur mehr Platz auf dem gut gepflegten Lüxemer Rasen, sondern auch eine Schlussoffensive per excellence zu sehen. Rot-Weiss drängte mit Vehemenz auf das 2:2 und wurde in der vierten Minute der Nachspielzeit tatsächlich noch belohnt.

Eine scharf getretene Flanke von Aliu bugsierte Lucas Lentes aus fünf Metern unter die eigene Latte. In diesen letzten Sekunden war die SG schon ziemlich arg unter Druck geraten. Während Co-Spielertrainer Patrick Schmidt dem vergebenen Sieg nachtrauerte, der für das eigene Selbstwertgefühl und freilich auch das Punktekonto so wichtig gewesen wäre, konstatierte Frank Meeth: „Es waren trotz des späten Ausgleichs zwei verlorene Punkte, weil wir die Partie dominierten und auch die besseren Chancen hatten. Kämpferisch und vom Engagement kann ich dagegen zufrieden sein.“