Stadtderby mit umgekehrten Vorzeichen

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Trotz Favoritenrolle höchste Vorsicht geboten

Derby am Lüxemer Grünewald für beide Clubs richtungsweisend

Wittlich. Stadtderby mit besonderem Flair. War es in der vorigen Saison noch das ganz spezielle Match mit unglaublich viel Lokalkolorit, so haben sich die Vorzeichen vor dem erneuten Aufeinandertreffen der beiden Schwergewichte aus der Säubrennerstadt umgekehrt. Vorjahresvizemeister SG Wittlich steckt in einer kleineren sportlichen Krise und will das Derby nutzen, um wieder in die Spur zu kommen. Die Rot-Weissen allerdings haben andere sportliche Ziele und wollen ganz oben mitspielen.

Soll das Thema Meisterschaft weiterhin aktuell bleiben, sollte ein weiterer Dreier her für das Team von Trainer Frank Meeth. Stehen beide Mannschaften für einen attraktiven, offensiven Stil und feinem Kombinationsfußball, so wird es am Samstag vermutlich etwas robuster und körperbetonter zur Sache gehen. Denn beide Teams haben im Rheinlandpokal schwierige Heimspiele gegen Oberligisten vor der Brust gehabt. Kommen beide ohne schwerwiegende Blessuren aus den Pokalfights, können die Zuschauer – die SG rechnet mit 300 Zuschauern – ein spannungsgeladenes, hochklassiges und temporeiches Match erwarten.

Christoph Krähling, Coach der SG Wittlich, will die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen. „In der letzten Saison haben wir am Limit gespielt und sind bis zum Abbruch Tabellenzweiter gewesen. Doch heuer haben wir die Seuche am Fuß und nutzen die vielen erspielten Torchancen nicht effektiv. Auch hat bei einigen Spielern die Einstellung nicht so gepasst, doch so ein Derby setzt normalerweise zusätzliche Kräfte frei.“ So haben die Lüxemer einen Tag mehr Regerationszeit gegenüber dem Stadtrivalen, der erst am Mittwoch gegen Eintracht Trier im Pokal (siehe Nachbetrachtung) anzutreten hatte. „Wir rechnen uns in Lüxem vor unseren Zuschauern was aus“, sagt Krähling, der auf Raphael Ney (Adduktoren), Alexander Mittler und Sven Kohlei (beide verletzt) verzichten muss.

RW-Trainer Frank Meeth sieht auf seine Elf ein ganz anderes Spiel zukommen, als es jenes am Mittwochabend gegen den SVE im Rheinlandpokal (1:4) war. „Das Spiel am Samstag besitzt Derbycharakter und steht unter anderen Vorzeichen. Wenn wir unsere Qualitäten halbwegs auf den Platz bringen, werden wir gewinnen. Ich betone, dass das Derby das wichtigere Spiel in dieser Highlight durchsetzten Woche ist. Ich denke, dass es für uns doppelt schwer wird, weil jeder von uns einen Sieg erwartet.“

Meeth weiß auch, dass bei der SG schon gehörig Druck auf dem Kessel ist, doch „sie haben die Möglichkeit gegen uns, mit einem Sieg in einem Spiel alles wieder vergessen zu lassen.“ „Wir müssen uns nach der Partie in Pfalzel vor allem spielerisch wieder besser präsentieren“, fordert der RW-Coach mehr Spielverständnis von seinen Spielern ein. Nach der Vorsichtsmaßnahme, Andre Benzarti gegen Kyllburg nach dessen Zwicken im Oberschenkel früh aus dem Spiel zu nehmen, um gegen die Eintracht einen Einsatz des Abwehrchefs möglich zu machen, wird der Kapitän wieder voll belastbar sein.

Andreas Heck hat 90 Minuten in der Zweiten gespielt und Philip Meeth unterstrich seine geplante Auszeit beim Einsatz bei der Zweiten mit drei wunderschönen Toren. Dagegen fällt Kevin Arbeck, der sich im Training die Schulter ausgekugelt hat, definitiv aus. Auch Matthias Heck ist nicht dabei gegen den Stadtrivalen, denn seine Rotsperre wurde auf drei Spiele festgesetzt. „Ansonsten werden wird wohl alles komplett am Bord haben und sind gerüstet“, sagt Meeth abschließend.